„Herzstillstand“. Dieses Wort hört man oft, zum Beispiel in den Nachrichten oder wenn es um Defibrillatoren geht. Trotzdem ist nicht immer klar, was genau damit gemeint ist. Das ist verständlich, denn es gibt verschiedene Arten vom Herzstillstand, jede mit eigenen Ursachen und Folgen. In diesem Beitrag erklären wir verständlich, welche Formen es gibt und wie du in einer solchen Situation am besten helfen kannst.
Was ist ein Herzstillstand?
Der Begriff Herzstillstand bedeutet, dass das Herz aufhört, Blut wirksam durch den Körper zu pumpen. Dadurch bekommen das Gehirn und andere lebenswichtige Organe keinen Sauerstoff mehr. Besonders der Sauerstoffmangel im Gehirn führt schnell zu schweren Problemen. Deshalb ist es sehr wichtig, sofort zu handeln.
Was ist der Unterschied zwischen einem Herzstillstand und einem Herzinfarkt?
Bei einem Herzinfarkt, auch Herzattacke genannt, wird ein Blutgefäß des Herzens plötzlich ganz oder teilweise blockiert. Dieses Gefäß, eine Koronararterie, versorgt das Herz normalerweise mit Sauerstoff. Durch die Blockade bekommt ein Teil des Herzmuskels zu wenig Sauerstoff. Im Gegensatz zum Herzstillstand hört das Pumpen des Blutes nicht vollständig auf und die betroffene Person ist noch bei Bewusstsein. Wenn der Sauerstoffmangel jedoch zu lange anhält, kann das Herz geschädigt werden. Weil die elektrische Aktivität im Herzen durch den Infarkt gestört werden kann, kann ein Herzinfarkt auch zu einem Herzstillstand führen.
Kann ein Defibrillator bei einem Herzinfarkt helfen?
Nein. Ein Defibrillator behebt die Blockade nicht und hilft daher nicht direkt beim Infarkt. Wenn der Infarkt jedoch in einen Herzstillstand übergeht und die Person das Bewusstsein verliert, kann ein Defibrillator sehr wohl helfen.
Welche Arten von Herzstillstand gibt es?
Herzstillstand ist ein Sammelbegriff, aber es gibt verschiedene Formen mit unterschiedlichen Ursachen. Bei manchen ist es notwendig, so schnell wie möglich einen Defibrillator einzusetzen. In anderen Fällen bringt ein Schock nichts. Trotzdem ist es immer wichtig, einen Defibrillator zu holen und zu benutzen, weil man in einer Notsituation oft nicht weiß, mit welcher Form man es zu tun hat. Wenn ein Schock nicht hilft, wird das Gerät keinen Schock empfehlen, aber es kann bei der Wiederbelebung unterstützen. Hier erklären wir die wichtigsten Formen kurz.
- Kammerflimmern
Kammerflimmern kommt häufig vor. Die Herzkammern, die normalerweise das Blut aus dem Herzen in den Körper pumpen, ziehen sich dabei nicht mehr richtig zusammen. Das liegt daran, dass die elektrischen Signale im Herzen völlig durcheinander geraten sind. Das Herz kann dadurch kein Blut mehr wirksam pumpen.
Kann ein Defibrillator in diesem Fall helfen?
Ja. Bei dieser Form des Herzstillstands ist ein Schock notwendig, um den normalen Herzrhythmus wiederherzustellen. Es ist wichtig, sofort mit der Wiederbelebung zu beginnen und dann so schnell wie möglich einen Defibrillator zu verwenden.
- Kammertachykardie
Bei Kammertachykardie schlägt das Herz viel zu schnell. Auch das liegt an einer Störung der elektrischen Signale. Im Gegensatz zum Kammerflimmern ist der Rhythmus meist noch regelmäßig, aber die Herzkammern haben zu wenig Zeit, sich mit Blut zu füllen. Manchmal ist das noch nicht gefährlich, aber es kann ernst werden. Dann fließt zu wenig Blut durch den Körper. Die betroffene Person kann das Bewusstsein verlieren und in einen Herzstillstand geraten. In diesen schweren Fällen ist kein Puls mehr spürbar.
Kann ein Defibrillator in diesem Fall helfen?
Manchmal. Wenn kein Puls vorhanden ist, wird der Defibrillator meist einen Schock empfehlen. Dann solltest du sofort mit der Wiederbelebung beginnen und das Gerät einsetzen. Wenn noch ein Puls vorhanden ist, wird kein Schock abgegeben. Beobachte die Situation genau und halte den Defibrillator bereit, falls sich etwas ändert.
- Asystolie
Im Gegensatz zu Kammerflimmern und Kammertachykardie gibt es bei Asystolie keine elektrische Aktivität mehr im Herzen. Das Herz hat vollständig aufgehört zu schlagen.
Kann ein Defibrillator in diesem Fall helfen?
Nein. Das Gerät wird anzeigen, dass kein schockbares Rhythmusmuster vorliegt. Da keine elektrische Aktivität vorhanden ist, bringt ein Schock nichts. Du solltest sofort mit der Wiederbelebung beginnen. Der Defibrillator kann dich dabei mit Anweisungen unterstützen, auch wenn er keinen Schock abgibt.
- Pulslose elektrische Aktivität
Bei dieser Form gibt es im Gegensatz zum Kammerflimmern normale oder fast normale elektrische Signale im Herzen. Aber das Herz zieht sich nicht richtig zusammen und kann deshalb kein Blut durch den Körper pumpen. Es scheint also, als würde etwas im Herzen passieren, aber es ist kein Puls vorhanden.
Kann ein Defibrillator in diesem Fall helfen?
Nein. Die elektrischen Signale sind nicht das Problem, deshalb hilft ein Schock nicht. Er kann nicht bewirken, dass sich der Herzmuskel wieder normal zusammenzieht. Das Beste, was du tun kannst, ist sofort mit der Wiederbelebung zu beginnen. Der Defibrillator hilft dir dabei Schritt für Schritt.
Wie wir am Anfang dieses Beitrags gesagt haben, hört man oft das Wort Herzstillstand, aber was es genau bedeutet, ist nicht jedem klar. Nach dem Lesen dieses Textes ist es hoffentlich verständlicher geworden. Du weißt jetzt, dass es verschiedene Formen gibt, jede mit eigener Ursache und Behandlung. Manchmal ist ein Schock nötig, manchmal nur Wiederbelebung. Was immer gilt: Handle schnell. Wähle sofort den Notruf, beginne mit der Wiederbelebung und verwende einen Defibrillator, sobald es möglich ist. Auch wenn du nicht weißt, was genau los ist. Das Gerät sagt dir, was zu tun ist.