Nein, ein Defibrillator ist in Deutschland gesetzlich nicht vorgeschrieben, im Gegensatz zum Beispiel zu einem Rauchmelder.
Verschiedene Stellen empfehlen dies jedoch dringend, insbesondere an Orten, an denen viele Menschen zusammenkommen. Ein Herzstillstand kann schließlich überall passieren. Und ohne Defibrillator sinken die Überlebenschancen schnell.
In diesem Artikel gehen wir näher auf die Frage ein, ob und wo ein Defibrillator wirklich unverzichtbar ist.
Ist ein Defibrillator am Arbeitsplatz empfehlenswert?
Obwohl ein Defibrillator auch am Arbeitsplatz nicht vorgeschrieben ist, müssen Arbeitgeber laut Gesetz dennoch dafür sorgen, dass Erste-Hilfe-Einrichtungen vorhanden sind und regelmäßig kontrolliert wird, ob diese Einrichtungen noch ausreichen.
Das klingt vielleicht noch etwas vage. Denn was sind diese „Einrichtungen" eigentlich? Das hängt von der jeweiligen Situation am Arbeitsplatz ab. Der Arbeitgeber ist verpflichtet zu beurteilen, welchen Risiken Mitarbeitende ausgesetzt sind, und muss Maßnahmen ergreifen, um die Beschäftigten so gut wie möglich vor diesen Risiken zu schützen.
Darüber hinaus muss der Arbeitgeber die Mitarbeitenden hierüber informieren und sie zu den zu treffenden Maßnahmen unterweisen.
Es ist möglich, dass sich aus dieser sogenannten „Gefährdungsbeurteilung" ergibt, dass ein Defibrillator eine notwendige Maßnahme ist. Das kann zum Beispiel bei großen, stark frequentierten oder sehr abgelegenen Arbeitsstätten der Fall sein.
Hat die Gefährdungsbeurteilung ergeben, dass ein Defibrillator notwendig war, kann dies Folgen haben, wenn etwas schiefgeht. Ein Richter kann es dann als fahrlässig ansehen, wenn der Arbeitgeber keinen Defibrillator hatte und auch nicht belegen kann, dass er die Mitarbeitenden auf andere Weise vor dem bestehenden Risiko geschützt hat.
Ist ein Defibrillator an Schulen empfehlenswert?
Auch an Schulen besteht keine Pflicht, einen Defibrillator anzuschaffen. Es gilt jedoch Folgendes:
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Eine Schule hat so gut wie immer Personal beschäftigt. In diesem Fall musst du gemäß den oben genannten Regeln eine Gefährdungsbeurteilung durchführen und Erste-Hilfe-Einrichtungen bereitstellen.
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Obwohl ein Defibrillator an deutschen Schulen noch nicht Standard ist, lernen Kinder in manchen Bundesländern bereits, wie man reanimiert.
Auch wenn all dies noch keine Pflicht zur Anschaffung eines Defibrillators begründet, ist ein Defibrillator an Schulen dennoch sehr zu empfehlen. Dort halten sich schließlich große Menschengruppen auf. Und die möchte man, wo nötig, schützen können.
Möchtest du mehr über Kinderreanimation erfahren? In diesem Artikel liest du mehr über die Reanimation und den Einsatz eines Defibrillators bei Kindern.
Ist ein Defibrillator in Vereinen empfehlenswert?
Wie auch in anderen Bereichen gilt: Es ist nicht Pflicht, aber sehr zu empfehlen. Im Allgemeinen gilt Folgendes:
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Sind Mitarbeitende beschäftigt? Dann musst du die Sicherheit deines Personals gewährleisten, indem du geeignete Erste-Hilfe-Einrichtungen bereitstellst.
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Hast du kein Personal? Dann fällst du nicht unter die oben genannten Vorschriften. Dennoch besteht weiterhin eine Verkehrssicherungspflicht. Das bedeutet, dass du verpflichtet bist, angemessene Vorsorgemaßnahmen zu treffen, um Schäden für andere zu verhindern, zum Beispiel auf deinem Gelände oder im Rahmen deiner Aktivitäten.
Auch wenn die Verkehrssicherungspflicht nicht unmittelbar bedeutet, dass ein Defibrillator Pflicht ist, besteht dadurch dennoch die Möglichkeit, dass ein Richter es als fahrlässig ansieht, wenn etwas schiefgeht und kein Defibrillator vorhanden war.
Alles in allem ist es für deinen Verein daher sehr ratsam, über einen Defibrillator zu verfügen, besonders wenn das Risiko größer ist, zum Beispiel weil du viele ältere Mitglieder hast oder regelmäßig Aktivitäten mit vielen Besuchern organisierst. Außerdem kann ein Herzstillstand einfach überall passieren.
Ist ein Defibrillator im Fitnessstudio oder Schwimmbad empfehlenswert?
Für Fitnessstudios und Schwimmbäder gilt:
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Fitnessstudios haben oft Personal beschäftigt. Ist das der Fall, musst du als Fitnessstudio die oben erläuterten Regeln für Arbeitgeber erfüllen. Aus der Gefährdungsbeurteilung kann sich ergeben, dass ein Defibrillator eine geeignete Maßnahme ist.
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Auch ohne Personal unterliegen Fitnessstudios und Schwimmbäder der Verkehrssicherungspflicht und müssen daher, wie oben erläutert, für die Sicherheit der Besucher sorgen.
Kurzum, ein Defibrillator ist nicht Pflicht, aber definitiv zu empfehlen. Sport ist zwar sehr gesund, kann aber in seltenen Fällen bei Menschen mit einer bestehenden Herzerkrankung ein zusätzliches Risiko darstellen. Passiert so etwas, möchte man vorbereitet sein.

Ist ein Defibrillator in einem Geschäft, Restaurant oder einer Kneipe empfehlenswert?
Auch an diesen Orten gilt: Ein Defibrillator ist gesetzlich nicht vorgeschrieben, aber sehr zu empfehlen. Beachte Folgendes:
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Hast du Personal beschäftigt? Dann musst du gemäß den oben genannten Regeln für dessen Sicherheit sorgen. An einem stark frequentierten Ort kann sich aus der Gefährdungsbeurteilung ergeben, dass ein Defibrillator sinnvoll ist.
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Hast du kein Personal beschäftigt? Dann musst du gemäß der Verkehrssicherungspflicht weiterhin Vorsorgemaßnahmen treffen, um Schäden für andere zu verhindern. Besonders wenn viele Besucher kommen, ist ein Defibrillator sehr zu empfehlen. Das erhöht schließlich die Wahrscheinlichkeit, dass etwas schiefgeht.
Ist ein Defibrillator bei Veranstaltungen empfehlenswert?
Auch bei Veranstaltungen ist ein Defibrillator nicht Pflicht. Allerdings gibt es je nach Bundesland eine „Versammlungsstättenverordnung", in der Anforderungen an die Sicherheit fester Veranstaltungsorte gestellt werden.
Diese Anforderungen können sich von Bundesland zu Bundesland unterscheiden. Es gibt ein bundesweites Modell, an dem sich die Bundesländer orientieren können, aber die Bundesländer sind nicht verpflichtet, dieses Modell zu übernehmen.
Im bundesweiten Modell stehen unter anderem folgende Punkte:
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Für Versammlungsstätten mit mehr als 5.000 Besucherplätzen muss ein Sicherheitskonzept erstellt werden, in dem Sicherheitsmaßnahmen im Einvernehmen mit den zuständigen Behörden, wie Feuerwehr, Polizei und Rettungsdiensten, festgelegt werden. Sind weniger Besucher vorhanden, kann es dennoch verpflichtend sein, ein Sicherheitskonzept zu erstellen, wenn die Art der Veranstaltung dies erfordert. Daraus kann sich ergeben, dass ein Defibrillator notwendig ist.
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In Mehrzweckhallen und Sportstadien muss ein Raum für den Sanitäts- und Rettungsdienst vorhanden sein.
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Eine Veranstaltung mit mehr als 5.000 Besuchern musst du bei der für den Sanitäts- und Rettungsdienst zuständigen Behörde anzeigen.
Da die Sicherheit bei Veranstaltungen Ländersache ist, kann jedes Bundesland eigene Anforderungen an die Sicherheit stellen. Die Berliner Feuerwehr nennt zum Beispiel als Maßstab bei der Beurteilung der Sicherheit von Veranstaltungen, dass alle Veranstaltungen ab 500 Besuchern einen Defibrillator auf dem Gelände haben müssen, der auf mindestens 90 % des Geländes innerhalb von vier Minuten erreichbar ist.
Organisierst du eine Veranstaltung an einem Ort, der keine feste Veranstaltungsstätte ist, musst du häufig eine Genehmigung für deine Veranstaltung beantragen, wenn viele Besucher kommen und mehr Risiken damit verbunden sind. Ob eine Genehmigung oder eine Anzeige deiner Veranstaltung notwendig ist, hängt von den Vorschriften in deinem Bundesland ab.
Ist eine Genehmigung erforderlich, können daran, basierend auf Empfehlungen von Feuerwehr und Polizei, Bedingungen geknüpft werden. In der Genehmigung kann als Bedingung festgelegt werden, dass auf dem Gelände ein Defibrillator vorhanden sein muss.
Alles in allem ist ein Defibrillator bei Veranstaltungen, obwohl nicht immer Pflicht, sehr zu empfehlen. Darüber hinaus hast du als Veranstalter weiterhin eine Verkehrssicherungspflicht, wie oben erläutert. Es kommen große Menschengruppen zusammen, die man jederzeit schützen möchte, besonders wenn viele Besucher da sind, das Gelände abgelegen ist oder die Aktivitäten risikoreicher sind.
Ist es empfehlenswert, als Nachbarschaft einen Defibrillator zu organisieren?
Obwohl sich viele Organisationen dafür entscheiden, auf ihrem Gelände einen Defibrillator aufzustellen, ist dies in Deutschland nirgends Pflicht.
Dennoch ist es sehr wichtig, an möglichst vielen Orten, auch in Wohngebieten, einen Defibrillator aufzustellen. Bei einem Herzstillstand zählt schließlich jede Sekunde, und der schnelle Einsatz eines Defibrillators ist entscheidend. Jede Minute ohne Schock verringert die Überlebenschance um bis zu 10 %.
Außerdem ist es möglich, einen Defibrillator zu registrieren, zum Beispiel beim Defikataster von Definetz e.V. Über die App kannst du anschließend sehen, wo sich der nächstgelegene Defibrillator in deiner Nähe befindet. Auch Initiativen wie DEFImap sind wichtig. Die Standorte der dort registrierten Defibrillatoren werden genutzt, um Ersthelfende zum nächstgelegenen, in diesem Moment verfügbaren Defibrillator zu schicken.
Durch die Registrierung von Defibrillatoren können Rettungsdienste und (über Apps) Umstehende den nächstgelegenen Defibrillator schneller finden, wenn jemand einen Herzstillstand erleidet.
So sorgst du dafür, dass:
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Mehr Menschen einen Herzstillstand überleben, weil sie schneller Hilfe erhalten.
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Du in Deutschland, egal wo du dich befindest, immer einen Defibrillator in der Nähe hast. Dafür braucht es ein bundesweit flächendeckendes Netz stets verfügbarer, funktionsfähiger Defibrillatoren.
In diesem Artikel liest du mehr darüber, wann ein Defibrillator bei einem Herzstillstand hilft und warum.
Ist ein Defibrillator zu Hause empfehlenswert?
Niemand kann dich verpflichten, einen Defibrillator zu Hause zu haben. Dennoch kann es in manchen Situationen eine gute Idee sein, einen zu erwägen, zum Beispiel wenn:
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Du oder jemand in deinem Haushalt ein erhöhtes Risiko für Herzprobleme hat.
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Du in einer Seniorenwohnung oder einem Komplex mit vielen älteren Bewohnern wohnst.
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Du das Bedürfnis nach zusätzlicher Sicherheit hast.
Wusstest du, dass etwa 70 % aller Herzstillstände außerhalb des Krankenhauses zu Hause oder in dessen Umgebung auftreten? Gerade deshalb kann es wertvoll sein, in der unmittelbaren Wohnumgebung einen Defibrillator zu haben.

Alle Situationen im Überblick
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Wo? |
Defibrillator Pflicht? |
Empfehlenswert? |
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Am Arbeitsplatz |
Nicht offiziell, aber du musst die Maßnahmen erfüllen, die notwendig sind, um die Arbeitsumgebung sicher zu halten. |
Ja, besonders in Arbeitsumgebungen mit größeren Risiken. |
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An Schulen |
Nein |
Ja, es kommen täglich große Menschengruppen zusammen. |
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Im Verein |
Nein |
Ja, es ist wichtig, die Sicherheit der Besucher zu gewährleisten. |
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Im Fitnessstudio |
Nein |
Ja, Sport ist zwar gesund, kann aber Risiken bergen, zum Beispiel bei Menschen mit bestehenden Herzproblemen. |
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Geschäfte und Gastronomie |
Nein |
Ja, besonders an großen und stark frequentierten Orten. |
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Veranstaltungen |
Nicht offiziell, aber bei der Sicherheitsbeurteilung kann sich ergeben, dass ein Defibrillator für deine Veranstaltung notwendig ist. |
Ja, es kommen große Menschengruppen zusammen. Dann ist ein Defibrillator sehr zu empfehlen. |
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In der Nachbarschaft |
Nein |
Ja, es ist wichtig, dass ein bundesweit flächendeckendes Defibrillator-Netz entsteht. |
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Zu Hause |
Nein |
Besonders bei erhöhtem Risiko (bestehende Herzprobleme, ältere Bewohner) oder für zusätzliche Sicherheit. 70 % der Herzstillstände geschehen zu Hause. |
Was erwarten wir für die Zukunft?
Derzeit sind Defibrillatoren in Deutschland noch nicht Pflicht, und es gibt hierfür auch noch keine Pläne. Dennoch sehen wir in den vergangenen Jahren, dass die Aufmerksamkeit für Herzsicherheit stetig zugenommen hat.
Bei Herzsicher kannst du zum Beispiel ein kostenloses Reanimationstraining absolvieren, damit du besser weißt, was zu tun ist, wenn jemand in deiner Nähe einen Herzstillstand erleidet. Und obwohl noch Schritte zu machen sind, zeigen die Zahlen der letzten zehn Jahre, dass Menschen bei einer Reanimation immer häufiger von Ersthelfenden unterstützt werden.
Auch werden sich Menschen zunehmend des Stellenwerts von Defibrillatoren bewusst. So kannst du im Bundesland Bayern bis Ende 2026 einen Zuschuss beantragen, der einen großen Teil der Kosten für deinen Defibrillator abdeckt.
Es ist jedenfalls zu erwarten, dass sich Menschen in Zukunft noch stärker des Stellenwerts von Defibrillatoren bewusst werden. Und obwohl derzeit keine Gesetzgebung in Vorbereitung ist, ist es nicht ausgeschlossen, dass Defibrillatoren in Zukunft in manchen Situationen Pflicht werden, zum Beispiel bei größeren Unternehmen.
Klar ist jedenfalls, dass ein Defibrillator, obwohl nicht Pflicht, im Ernstfall wirklich den Unterschied ausmachen kann. Letztlich glauben wir daher, dass jeder Zugang zu einem Defibrillator haben sollte, und nicht nur diejenigen, die sich selbst einen kaufen können.
Genau deshalb setzt sich Pulse4all hierfür ein. Indem wir Defibrillatoren gegen eine niedrige monatliche Gebühr anbieten, inklusive Wartung, möchten wir dafür sorgen, dass Defibrillatoren für alle zugänglich werden. Letztlich zählt schließlich, so viele Leben wie möglich zu retten.